Verkehrswege & Straßenbau
08:45 - 09:20 Uhr

Biegeweiche, in die Erde eingebettete Wellstahlbauwerke

Dipl.-Ing. Dipl.-Kfm. (FH) Serdar Bozkurt

Brücken und Durchlässe sind notwendige Bestandteile des Straßen- und Wegenetzes.

Die Erhaltung und der Ausbau der Leistungsfähigkeit eines Wirtschaftsraumes und seine umweltgerechte Gestaltung erfordern ständige Pflege, Erneuerung und Neubau sowohl von Straßen und Wegen als auch von Gewässern. Bei der Bewerkstelligung dieser Maßnahmen sind kostengünstige und landschafts-gerechte Lösungen gefragt.

Dipl.-Ing. Dipl.-Kfm. (FH) Serdar Bozkurt
Geboren am 15.08.1974
1994-1999 Studium Bauingenieurwesen in Wuppertal
seit 2000 beschäftigt bei Hamco Dinslaken Bausysteme GmbH
2009 Abschluss des berufsbegleitenden Studiums zum Diplom-Kaufmann
seit 2009 Verkaufsleiter und Prokurist von Hamco Dinslaken Bausysteme GmbH

09:20 - 10:00 Uhr

Aufgaben der BASt

Dr.-Ing. Arnold Hemmert-Halswick

Die BASt ist eine technisch-wissenschaftliche Einrichtung des Bundes und berät das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in allen Fragen des Straßenbaus und Straßenverkehrs.

Sie ist federführend bei der Erstellung der Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen und Richtlinien für Ingenieurbauten (ZTV-ING), wobei diese in Gremien beraten werden, die auch mit Vertretern der Länderstraßenbauverwaltungen, der Ingenieurbüros und teilweise auch Baufirmen besetzt sind.

Dr.-Ing. Arnold Hemmert-Halswick ist Referatsleiter Stahlbau, Korrosionsschutz in der Abteilung Brücken- und Ingenieurbau der Bundesanstalt für Straßenwesen in Bergisch Gladbach. Er bearbeitet und betreut Forschungsprojekte für das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und ist an der Erstellung der Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen und Richtlinien für Ingenieurbauten beteiligt. Die Aufgaben des Referats sind auch die Brückenausrüstung, die Verankerung von Fahrzeugrückhaltesystemen auf Brücken, Beläge, Fahrbahnübergänge und Lager.

10:00 - 10:15 Uhr Kaffeepause
10:15 - 10:45 Uhr

Schutzeinrichtungen: Durchbruchsicher, anprallsicher und was noch?

Dr.-Ing. Christian Kammel

Die RPS 2009 fordert für Autobahnmittelstreifen die Aufhaltestufe H2 oder H4b. Beide Fälle können mit Systemen aus Stahl, wie aus Beton realisiert werden. Ein direkter Vergleich der Bauweisen in offenen, systemneutralen Ausschreibungen findet jedoch nicht statt.

Seit 10 Jahren werden verstärkt Betonsysteme verbaut, obwohl bei dieser Bauweise in der Investitionsphase erhebliche Mehrkosten für die Gründung und Entwässerung entstehen, meist dem Deckenlos zugeordnet, und im Betrieb durch erhöhten Grünpflege-, Winterdienst- und Reinigungsaufwand. Als Begründung für den in Kauf genommenen Mehraufwand werden vermeintlich höhere Durchbruchsicherheit, Langlebigkeit und geringerer Reparaturaufwand genannt.

Für die höchste Stufe H4b gibt es auch bei beengten Verhältnissen Stahllösungen. Bisher wurde z.B. kein Durchbruch an dem System Super-Rail verzeichnet. Die Behauptung, nur Beton sei durchbruchsicher, ist falsch. Ob Beton eine längere Gebrauchsdauer hat, darf bezweifelt werden. Oft treten nach kurzer Einsatzzeit durchgehende Risse oder Schäden auf. Betonwände müssen zwar nicht so oft repariert werden wie Stahlsysteme, die durch Verformung Energie aufnehmen und schützen, aber wenn, dann ist die Reparaturzeit lang.

Nach RPS dürfen Systeme der Anprallheftigkeitsstufe C nur zum Einsatz kommen, wenn keins in Stufe A oder B existiert. In fast allen Einsatzgebieten ist dies aber der Fall. Für Verkehrsteilnehmer sind Systeme mit niedriger Anprallheftigkeit sicherer.

Christian Kammel (Jahrgang 1969) studierte Bauingenieurwesen mit der Vertieferrichtung Konstruktiver Ingenieurbau an der RWTH Aachen. Er begann 1994 seine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Stahlbau bei Prof. Dr. Dr. h.c. Sedlacek. Schwerpunkte seiner 13-jährigen Assistententätigkeit waren die Windingenieurtechnik, die Mehrkörperdynamik und die Stahlbauausführung. In dieser Zeit absolvierte er 2003 den Schweißfachingenieurlehrgang (EWE/IWE) der SLV Duisburg in Aachen.

Nach der Promotion „summa cum laude“ zum Thema „Vorhersage der Wirkungsweise nachgiebiger Schutzeinrichtungen für den Straßenverkehr“ wechselte er 2007 zum Industrieverband Stahlverarbeitung e.V., Siegen, für den er seither als technischer Berater tätig ist. Seit 2001 ist er Mitinhaber des Architektur- und Ingenieurbüros Kammel in Hagen.

Dr. Kammel ist Mitarbeiter in mehreren deutschen und in den europäischen Normenausschüssen CEN/TC 135 und CEN/TC 226.

10:45 - 11:20 Uhr

Die neuen RPS - Schutzeinrichtungen auf Bauwerken

Dipl.-Ing. Ulrich Bergerhausen

Nachdem bereits seit über 10 Jahren, beginnend seit 1998, die europäische Norm EN 1317 in Deutschland als DIN EN 1317 (Teile 1 bis 3 und Teil 5) bzw. als DIN V ENV 1317 (Teil 4) bei der Erstellung und Prüfung ...

... von Fahrzeug-Rückhaltesystemen zugrunde gelegt werden muss, sind seit dem 1. Januar 2011 die „Richtlinien für passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeug-Rückhaltesysteme" (RPS 2009) und die von der Bundesanstalt für das Straßenwesen (BASt) erarbeitete Einsatzfreigabeliste in Deutschland zusätzlich zu berücksichtigen. Beide Regelwerke sind vom BMVBS mit Rundschreiben ARS 28/2010 vom 20.12.2010 zur Einführung in den Ländern empfohlen worden und mittlerweile auch umgesetzt worden.

Die Forderungen zu den Schutzeinrichtungen auf Brücken nehmen in den neuen RPS eine Sonderrolle ein. Für alle Bereiche außer auf Brücken erfolgt die Festlegung der Leistungsklasse in Abhängigkeit der zulässigen Geschwindigkeit, der Verkehrsbelastung, der Linienführung und z.T. auch der Verkehrbelastung durch den Schwerlastverkehr. Für Brücken findet man im Wesentlichen die Forderungen der RPS `89 wieder. Dennoch führen die neuen Regelungen für Schutzeinrichtungen auf Brücken zu einer Anzahl von Änderungen, auf die sich sowohl die Straßenbauverwaltungen, Planer wie auch Hersteller einstellen müssen.

Dipl.-Ing. Ulrich Bergerhausen, Bergisch Gladbach

11:20 - 12:00 Uhr

PPP im Straßenbau

Prof. Dr.-Ing. Christian Holldorb

Private Public Partnership (PPP) hat in den letzten Jahren auch im bundesdeutschen Straßenbau an Bedeutung gewonnen. Neben den A- und F-Modellen im Bundesfernstraßenbau gibt es auch im Landes- und kommunalen Straßenbau inzwischen erste Erfahrungen mit diesen neuen Vertragsformen für Bau (Ausbau), Erhaltung und Betrieb der Straßeninfrastruktur.

Im Rahmen des Vortrages wird eine Übersicht über die bereits bestehenden Projekte gegeben und es werden aktuellen Erfahrungen aus Auftraggeber- und aus Auftragnehmersicht vorgestellt. Hieraus resultierende Potenziale, wie zukünftige PPP-Projekte im Straßenbau weiter optimiert werden können, werden ebenfalls angesprochen.

Prof. Dr.-Ing. Christian Holldorb

seit 2008 Professur für Projektmanagement im Verkehrsinfrastrukturbau an der Hochschule Biberach
seit 2005 selbstständiger Berater für Betrieb und Erhaltung von Straßenverkehrsanlagen
1992 – 2005 Mitarbeiter der Durth Roos Consulting GmbH (seit 1997 Bereichsleiter Straßenbetrieb)
1997 Promotion (Dr.-Ing.) an der Technischen Universität Darmstadt
1985 – 1992 Studium des Bauingenieurwesens an der Technischen Hochschule Darmstadt, Abschluss: Diplom-Ingenieur
vielseitige ehrenamtliche Tätigkeiten

Hochschule Biberach
Karlstraße 11, 88400 Biberach
Tel.: 07351 / 582-365
Fax: 07351 / 582-449
E-mail: holldorb@hochschule-bc.de

12:00 - 12:45 Uhr

Erweiterung Panamakanal

Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Gnida

Panama, das südlichste Land in Mittelamerika grenzt im Osten an Kolumbien, und im Westen an Costa Rica.
Der das Land durchquerende Panamakanal verbindet die Karibische See im Norden und den Pazifischen Ozean im Süden.

Die Idee einer Verbindung zwischen Atlantik und Pazifik durch einen Kanal wurde 1523 von Kaiser Karl V angeregt.

Ca. 350 Jahre später wurde die Idee von den Franzosen wieder aufgegriffen Der Bau begann 1881.
Gebaut werden sollte ein schleusenloser Kanal mit einer Länge von 73 km.

Fast 290 Millionen Dollar wurden investiert.

Wegen unzähligen technischen, finanziellen und politischen Schwierigkeiten stellten die Franzosen 1889 die Arbeiten ein.

Die Vereinigten Staaten führten 1906 die Bauarbeiten fort. Der Bauplan wurde abgeändert, so dass 3 Schleusen und auch ein Stausee gebaut werden mussten.
Die Kosten der zweiten Bauphase beliefen sich auf weitere 386 Millionen US-Dollar.

Am 15. August 1914 passierte das Paketboot „Ancona“ als erstes Wasserfahrzeug den Panamakanal in voller Länge.

Die Modernisierung / Neubau des Panamakanals umfasst insgesamt 4 Massnahmenkomplexe

  1. Die Verbreiterung und Vertiefung der Fahrrinnen
  2. die Vertiefung der Zufahrten Atlantik und Pazifik
  3. die neuen Schleusenbauwerke
  4. die Anhebung des Wasserspiegels des Gatunsees

Die Arbeiten an dem Großprojekt der Autonomen Kanalverwaltung ACP begannen 2007 und sollen 2014/2015 abgeschlossen sein.
Die Kosten werden von der ACP auf 5,25 Milliarden US-Dollar veranschlagt.

12:45 - 14:00 Uhr Mittagspause
14:00 - 14:30 Uhr

Vorstellung PPP-Projekt 6-spuriger Ausbau der A 5 von Malsch bis Offenburg

Baudirektor Frank Paul

Vortrag zum A-Modell A 5 beim Regierungspräsidium Freiburg, 30-jährige Konzession Betrieb und Erhaltung sowie 6-streifiger Ausbau mit nachmittäglicher Exkursion.

Weitere Informationen zu dieser Vortragsveranstaltung erhalten Sie in Kürze...

14:30 Uhr Abfahrt mit dem Bus zur Baustellenbesichtigung
15:00 - 17:00 Uhr

Baustellenbesichtigung A 5 Offenburg - Das PPP-Projekt 6-spuriger Ausbau der A 5 von Malsch bis Offenburg

Baudirektor Frank Paul

  • Fahrt im Bus über einen Teil der Strecke, ggf. mit kurzem Halt an 1-2 markanten Punkten
  • Die Teilnehmerzahl ist auf max. 45 Personen begrenzt.

Frank Paul ist Projektleiter A-Modell A 5 beim Regierungspräsidium Freiburg A 5 Malsch-Offenburg, 30-jährige Konzession Betrieb und Erhaltung sowie 6-streifger Ausbau der A 5

17:00 - 20:00 Uhr Awardveranstaltung