Ingenieurholzbau
Mitveranstalter
HOLZBAU BADEN E.V.
Öffentlichkeitsarbeit
Holbeinstraße 16
79100 Freiburg
Tel. 0761 70302‐60
Fax 0761 70302‐30
ggierden@bausuedbaden.de
www.bausuedbaden.de
und die Clusterinitiative Forst und Holz
09:15 - 09:30 Uhr Begrüßung durch Michael Hafner, Direktor HOLZBAU BADEN E.V.
09:30 - 10:15 Uhr

Entwicklungen im Ingenieurholzbau

Prof. Dr.-Ing. Patricia Hamm

Zu den neueren Entwicklungen im Ingenieurholzbau gehören die flächenartigen Bauteile, wie z. B. Brettsperrholz, genauso wie die Vollgewindeschrauben, die im Holz ähnlich einer Stahlbetonbau-Bewehrung eingesetzt werden können.

Spannend sind auch die Ergebnisse aus Erdbebenuntersuchungen mit Mehrgeschossern in Holz oder neue Methoden der Holzbehandlung für den Einsatz im Holzbrückenbau.
Der Vortrag gibt Einblicke in die vielseitigen Möglichkeiten beim Bauen mit Holz.

1991-1996 Studium Bauingenieurwesen an der TU München
1996-1998 Tragwerksplanerin bei der Häußler-Planung GmbH, Kempten
1998-2005 Wiss. Assistentin an der TU München, Fachgebiet Holzbau
2003 Promotion zur Dr.-Ing.
seit 2005 Beratende Ingenieurin im eigenen Ing.-Büro, Marktoberdorf
2007-2009 Wiss. Angestellte an der TU München, Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion
seit 2009 Professorin an der Hochschule Biberach
10:15 - 10:45 Uhr Kaffeepause
10:45 - 11:30 Uhr

EC5 - DIN EN 1995-1-1 und DIN EN 1995-1-1/NA: Grundsätzliches und Auswirkungen auf die Praxis

Prof. Dipl.-Ing. Dieter Steinmetz

Durch die Eurocodes sollen die Bemessungsregeln im Bauwesen auf eine neue, europaweit einheitliche Grundlage gestellt werden. In Eurocode 5 werden die neuen Regeln für den Holzbau angewendet.

Im Vortrag werden Aufbau, Prinzipien und Regeln der Norm sowie das zugrundeliegende Sicherheitskonzept erläutert. Darüber hinaus geht es um die Themen "Grenzzustände der Tragfähigkeit" sowie "Grenzzustände der Gebrauchstauglichkeit".

Prof. Dipl.-Ing. Dieter Steinmetz
Adolf-Kolping-Str. 20
76275 Ettlingen
Tel. 07243 3329333
Fax 07243 3329336
E-Mail: Dieter@Steinmetz-Ettlingen.de

Lebenslauf

18.03.1940 In Wiesbaden geboren
1960 Abitur an der Oberrealschule Saarbrücken
1960 - 65 Studium an der Technischen Hochschule Fridericiana, Karlsruhe
1965 - 66 Angestellter im Ingenieurbüro Krol + Ebner in Ettlingen/Karlsruhe
1966 - 67 Wissenschaftlicher Angestellter der Fraunhofer Gesellschaft
1967 - 73 Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Ingenieurholzbau und Baukonstruktionen (Prof. K. Möhler) der Fridericiana Karlsruhe
seit 1973 Selbständiges Ingenieurbüro für Bauwesen in Ettlingen
ab WS 1974/75 Lehrbeauftragter an der Fachhochschule in Karlsruhe für das Lehrgebiet Ingenieurholzbau
13.01.1976 Zulassung als Prüfingenieur für Baustatik (Fachrichtung 3, Holzbau)
12.11.1976 Bestellung als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger der Handwerkskammer Karlsruhe für das Zimmerhandwerk
seit 1977 Geschäftsführer des Ingenieurbüros Steinmetz + Leibold GmbH, Ettlingen Beratende Diplomingenieure VBI, Pforzheimer Str. 53, 76275 Ettlingen (Prüf- und Sachverständigentätigkeit werden im eigenen Büro unabhän- gig weiter geführt)
20.04.1996 Honorarprofessor bei der Fachhochschule Karlsruhe
30.01.1997 Bestellung als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe für das Fachgebiet „Konstruktiver Holzbau, und Holzleimbau“
31.12.2000 Aufgabe der Geschäftsführung der Steinmetz + Leibold GmbH, Ettlingen
01.01.2001 Gesellschafter der Steinmetz und Steinmetz ⋅SuS Ingenieure GmbH Pforzheimer Str. 53, 76275 Ettlingen (Prüf- und Sachverständigentätigkeit wer- den im eigenen Büro unabhängig weiter geführt)
ab SS 2003 Lehrbeauftragter bei der Technischen Akademie Südwest e.V., Kaiserlautern (Lehrgebiet Holzbautechnik. Instandsetzung)
17.03.2008 Ablauf der Lizenz als Prüfingenieur für Baustatik (Fachbereich Holzbau)
Ablauf der Bestellung als ö.b.u.v. Sachverständiger der Handwerkskammer
SS 2008 Niederlegung des Lehrauftrags an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft - University of applied sciences
01.09.2008 Mitglied des Kuratoriums der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft - University of applied sciences
17. 03. 2011 Ablauf der Bestellung als ö.b.u.v. Sachverständiger bei der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe

11:30 - 12:15 Uhr

Die Möglichkeiten ausschöpfen - Erfahrungen eines Grenzgängers

Zimmermeister Tobias Amann

Die Entwicklung des Ingenieurholzbaus bedeutete eine Revolutionierung des Bauens mit Holz.

Heute können Holzbauten realisiert werden, die früher im Hinblick auf Form, Konstruktion und Dimension undenkbar waren. Dies wird mit dem Vortrag verdeutlicht, in dem unter anderem der Bau des Centre Pompidou Metz dokumentiert wird.

Lignotrend Produktions-GmbH
Zimmermeister Tobias Amann
Landstraße 25
79809 Weilheim-Bannholz
Tel. 07755 9200-75
Fax 07755 9200-1075
E-Mail: info@lignotrend.com

Kurzer Lebenslauf: Herr Zimmermeister Tobias Amann, technischer Fachwirt
Verheiratet, zwei Kinder

1972 Geboren in Waldshut
1991 Zimmermannslehre Holzbau Amann GmbH
1994 Wanderjahr bei Kaufmann in Vorarlberg
1995 Wanderjahr Blumer Waldstatt
1997 Meisterschule / Technischer Fachwirt
2000 Verkauf / Technische Beratung Lignotrend
2008 Prokurist und Teilhaber Lignotrend Produktions GmbH
2010 Auftragsabwicklung / Produktionsleitung Lignotrend Produktions GmbH
12:15 - 12:45 Uhr

Nachhaltigkeit im Holzbau: Erfahrungen aus dem Cluster Forst und Holz Baden-Württemberg

Prof. Dr. Dr. h.c. Gero Becker

Ein wichtiges Argument für das Bauen mit Holz ist die Verwendung eines natürlichen nachwachsenden Rohstoffs, der im Rahmen einer nachhaltigen Forstwirtschaft – häufig regional – erzeugt („Holz der kurzen Wege“) und material- und energiesparend zu hochwertigen und langlebigen Bauten verarbeitet wird.

Zunehmen aufgeklärte und auch kritische private und öffentliche Bauherren verlangen jedoch einen Nachweis dieser ökologischen Vorteilhaftigkeit und Nachhaltigkeit; dies umso mehr, als auch vermehrt für Konkurrenzprodukte (Beton, Aluminium, Stahl …) mit dem Argument der Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit geworben wird.

Um diesen „Wettbewerb der Baumaterialien“ auf eine faire und vertrauenswürdige Grundlage zu stellen, ist auf europäischer Ebene und auch in Deutschland vom Bundesbauministerium das Konzept der Umweltproduktdeklarationen (UPD) auf den Weg gebracht worden.

Es handelt sich dabei um spezifische Formen der Life-Cycle-Analyse (LCA), die nach einheitlichen Grundlagen (ISO 14025 bzw. ISO 15804) erstellt werden. Das Ergebnis dieser Bewertungen sind umfassende Ökobilanzen, die von der Gewinnung der Rohstoffe über die Produktherstellung und die Nutzung bis zur Nachnutzungsphase Energieverbrauch und wichtige Umweltwirkungen darstellen.

Für eine Reihe von im Bau verwendeten Holzprodukten, aber auch für Konkurrenzprodukte wurden bereits Umweltproduktdeklarationen erstellt und sind für interessierte Kreise im Internet verfügbar. Diese Daten erleichtern die Auswahl spezifischer Elemente eines Bauwerks (Außenwände, Innenwände, Zwischendecken, Dach usw.). Je nach der konkreten Architektur und Ausgestaltung eines bestimmten Gebäudes setzt sich dieses jedoch zu ganz unterschiedlichen Anteilen aus den entsprechenden Elementen zusammen. Den Bauherren interessiert letztlich die Gesamtbilanz „seines“ Hauses, wozu eine aggregierte und entsprechend gewichtete Zusammenfassung der Produktdeklarationen für alle einzelnen Elemente notwendig ist. Nur auf dieser Grundlage können letztlich Bauwerke aussagekräftig beurteilt werden. International (z.B. in Finnland) sind solche zusammenfassende Bilanzen bereits für typische Objekte und konkurrierende Bauweisen erstellt worden. In Deutschland fehlen derzeit noch entsprechende Beispielkalkulationen, für deren Erstellung die Mitwirkung der Branche aber auch der Architekten und Planer unabdingbar ist. Die Clusterinitiative Forst und Holz Baden-Württemberg engagiert sich in diesem Zusammenhang durch die Förderung entsprechender Pilotprojekte.

Prof. Dr. Dr. h.c. Gero Becker

Diplom Forstwirt Göttingen 1971
Diplom Volkswirt Freiburg 1975
Dr. rer. nat. Freiburg 1974
Große Forstliche Staatsprüfung u. Forstassessor Stuttgart 1976
Habilitation Freiburg 1980
Professur für Forstbenutzung und Walderschließung Universität Freiburg 1981-1987
Professur für Forstbenutzung und Institutsdirektor Universität Göttingen 1987-1995
Professur für Forstbenutzung und Institutsdirektor Universität Freiburg seit 1995
Verleihung der Ehrendoktorwürde (Dr. h.c.) der Landwirtschaftlichen Universität Tirana (Albanien) für Verdienste um den Aufbau der dortigen Forst- und Holzwirtschaftlichen Fakultät 1999

Vorsitzender des Clusterbeirats Forst & Holz Baden-Württemberg
Vorstandsmitglied des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) Groß-Umstadt
Mitglied im Holzmarktausschuss des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR)
Mitglied im Beirat der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Mittlerer Schwarzwald (FVS)
Geschäftsführender Vorstand der Gesellschaft zur Förderung der Forst- und Holzwirtschaftlichen Forschung (GFH) an der Universität Freiburg e.V.
Geschäftsführendes Mitglied im Kuratorium zur Verleihung des Karl-Abetz-Preises
Stellvertretendes Mitglied im Kuratorium der Bayerischen LWF Freising

Lehre, Forschung und wissenschaftliche Beratung auf den Gebieten:
Forstliche Nutzung, Logistik, Holzwissenschaft, Holzindustrie

12:45 - 14:00 Uhr Mittagspause
14:00 - 14:45 Uhr

Bauphysik und Brandschutz im mehrgeschossigen Holzbau

Dr.-Ing. Mandy Peter

Der mehrgeschossige Holzbau gewinnt in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Derzeit werden bereits bis zu achtgeschossige Wohn- und Geschäftsgebäude in dieser Bauweise errichtet.

Der Vortrag gibt einen Überblick über die wesentlichen bauordnungsrechtlichen Voraussetzungen insbesondere im Hinblick auf die Lösung der Fragen des Brandschutzes. Darüber hinaus werden die Anforderungen der Bauphysik für den Wärme- und Schallschutz erläutert und anhand ausgewählter Beispiele die baupraktische Umsetzung gezeigt.

bauart Konstruktions GmbH & Co. KG
Dr.-Ing. Mandy Peter
Destouchesstraße 65
80796 München
Tel. 089 139283360
Fax 089 1392833699
E-Mail: muenchen@bauart‐konstruktion.de

Lebenslauf

1993-2000 Studium des Bauingenieurwesens an der Technischen Universität Berlin, Abschluss mit Diplom
2000-2003 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Baukonstruktionen des Instituts für Bauingenieurwesen an der Technischen Universität Berlin
2003 Promotion im Fachgebiet Baukonstruktionen der Technischen Universität Berlin mit dem Thema „Numerische Tragfähigkeitsermittlung von Holzbauteilen im Brandfall unter Berücksichtigung des nichtlinearen Materialverhaltens“
2003-2007 Lehrbeauftragte an der Technischen Universität Berlin, Institut für Bauingenieurwesen für die Fächer Baukonstruktionen und Ingenieurholzbau
2004-2011 Geschäftsführerin des Holzbau Deutschland-Institut e. V., Berlin
seit 2008 Leiterin der Niederlassung der bauart Konstruktions GmbH & Co. KG, München
2008 bis 2009 Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Holzbau bei der Baukammer Berlin
seit 2009 Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Holzbau bei der IHK München

14:45 - 15:30 Uhr

Ein Blick über den Tellerrand: Internationale Holzbauprojekte von Hess Timber

Dipl.‐Ing. Rensteph Thompson

Das Verlangen nach außergewöhnlicher Holzbaukunst in Ländern, die sich bisher wenig für den Baustoff Holz interessiert haben, steigerte sich gerade in den letzten Jahren enorm.

Die damit verbundenen komplexen Zusammenhänge werden im Rahmen von aktuellen Projekten dargestellt. In der Vergangenheit stellten z.B. die Transportkosten immer wieder ein Problem bei internationalen Projekten dar. Hierfür wurde mit „HESS LIMITLESS“ eine Lösung gefunden. Die Binder können kostengünstig transportiert werden und erreichen gegenüber herkömmlichen Bindern höhere Festigkeitswerte.

15:30 - 16:00 Uhr Kaffeepause
16:00 - 17:00 Uhr

Einfach- und Hightech-Konstruktionen aus Holz – Eine Chance für energie- und nachhaltigkeitsbewusstes Bauen

Prof. Dipl.-Ing. Julius Natterer

Wird Holz als nachwachsender Werkstoff das Baumaterial der XXI. Jahrhunderts? In der heutigen Zeit, in der ökologische Überlegungen zunehmend an Bedeutung gewinnen, kann der Werkstoff Holz vor allem unter dem Aspekt der CO2 Emissionen und energetischer Gesichtspunkte gewichtige Trümpfe ausspielen.

Zum einen benötigt die Verarbeitung im Vergleich zu anderen Baustoffen nur sehr wenig fossile Energie. Darüber hinaus kann das im Holz abgelagerte CO2 nicht nur sinnvoll „entsorgt“ sprich verbaut werden, sondern neues CO2 der Atmosphäre durch Wiederaufforstung gebunden werden.

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts wurde mit ungeheurem Aufwand die Erforschung eines Materials vorangetrieben: Stahl. Als leuchtendes Beispiel seiner Verwendung wurde der Eiffel Turm in Paris Symbol dieser neuen Technik. Heute gilt unter vielen Experten das im Hightech Verfahren erstellte Expodach von Hannover als Wahr-zeichen eines Jahrhunderts, das sich dem Holz zuwenden wird. Die Erforschung dieses Werkstoffes muss intensiviert werden, da noch immer ein riesiges Entwicklungspotenzial vorhanden ist. Unter Planern, Architekten und Bauherren besitzt Holz ein uneingeschränkt positives Image. Dennoch wurde in der Vergangenheit aus mangelnder Kenntnis seiner Eigenschaften zu wenig verwendet.

Mit der Einführung der neuen europäischen Normen, in die auch die neuesten Kenntnisse über Belastungen im Grenzbereich einfließen, hat die Anwendung von Holz in vielerlei Hinsicht Fortschritte gemacht. Beispielsweise hat die Definition der charakteristischen Werte bei Bruch gezeigt, dass die heute noch in verschiedenen Ländern gültigen Kriterien für die visuelle Sortierung keine optimale Abschätzung der Zuverlässigkeit des Werkstoffes erlauben. Tatsächlich können die aufgrund solcher Kriterien definierten Eigenschaften 100 % bis 200 % von den effektiven Werten abweichen. Als Folge dieser breiten Streuung werden Sicherheitsfaktoren angenommen, die weit unter den charakteristischen Werten liegen, was unvermeidlich zu einer unwirtschaftlichen Verwendung in den höheren Holzqualitäten führt. Die Einführung von zerstörungsfreien Messmethoden, wie z.B. die Anwendung von Ultraschall, erlauben es jedoch, verschiedene Werte wie Elastizität, Spannung und Bruch zuverlässig, reproduzierbar und mit einer viel höherer Genauigkeit zu bestimmen. Dadurch ist es möglich höherwertige Holzqualitäten mit besseren Eigenschaften zu definieren. Um eine wirtschaftliche Verwendung dieser Qualitäten zu gewährleisten, müssen die qualitativ hochwertigsten Hölzer in die stark beanspruchten Bereiche der Konstruktion eingebaut werden. Da die Anforderungen an Widerstand und Festigkeit von Fall zu Fall variieren, ist es möglich aus der Vielfältigkeit des Materials für jeden Verwendungszweck die wirtschaftlich und ästhetisch optimale Lösung zu finden.

Neue Techniken im Holzbau

Die Mehrverwendung von Holz im Bauwesen ist von der ingenieurmäßigen Weiter-entwicklung des Materials Holz als tragender Baustoff abhängig, um den bescheidenen Anteil am gesamten Bauvolumen von etwa 1 % vielleicht auf 2-3 % anzuheben.
Die Kriterien der Entwicklung sind dabei, bessere Evaluierung der Qualität des Bauholzes, Erhöhung der Vielfalt und bessere Behandlung der Materialvarianten, Entwicklung neuer arbeitszeitsparender Verbindungsmitteltechniken, welche einen möglichst hohen Vorfertigungsgrad erlauben.
Zudem sind einmal quantitätsbezogene Techniken für Decken, Wände, Dächer des verdichteten Siedlungs- und Verwaltungsbaues auch im Verbund mit anderen Massivbaustoffen, und als zweites die qualitätsbezogenen Hightech Sonderkonstruktionen im Dach-, Hallen- und Brückenbau für die moderne Architektur wichtige Komponente, das Image des Baustoffes Holz zu verbessern und anderen Baustoffen konkurrenzfähig eine Alternative darzustellen.

Die Chancen des Ingenieurholzbaues, und die Verwendung des Holzes als tragender Baustoff, ist von Qualitätskriterien abhängig. Die Wirtschaftlichkeit des Einsatzes von Holz als Baustoff im Wettbewerb mit anderen Baustoffen ist dabei, wenn wir zu einer vermehrten Anwendung im Holzbauwesen gelangen wollen, das Wichtigste. Holz als Material für tragende Konstruktionen ist eine Initialzündung für weitere Holzverwendung im Ausbau.

Materialvarianten im Ingenieurholzbau

Alle Holz- und Holzwerkstoffe vom Rundholz, Kantholz, profiliertem Kantholz bis zum zusammengesetzten Verbundquerschnitt aus Brettern und Kanthölzern sowie Brettschichtholz, Furnierschichtholz, Sperrholz, als auch Furnierstreifenschichtholz, usw., insbesondere in Kombination mit anderen Materialien, sind zu entwickeln und einzusetzen, um eine Chance für Häuser, Geschossbauten, Türme, Brücken und Sonderbauwerke, insbesondere, für im Natur- und Denkmalschutz zu planende Gebäude. Konstruktionen aus Rundholz, Kantholz, Profilholz, Leimholz, Brettlagen und Furnierschichtholz Der Einsatz von qualitativ hochwertigem Holz darf jedoch nicht das einzige Ziel bei Holzkonstruktionen sein. Es ist ebenso notwendig, den Gebrauch von Holz unter allen Gesichtspunkten zu fördern.
So ist ganz besonders der wirtschaftliche Gesichtspunkt bei der Verwendung von Rundholz, Kantholz und Profilholz bzw. durch Verbindungsmittel zusammengesetzte Massivholzquerschnitte in Baustellennähe zu erwähnen. Als Verbindungsmittel Leim sind noch unbegrenzte Möglichkeiten entwickelbar.

Konstruktionen aus Massivholz für Wände, Decken und Dächer

Mehrgeschossige Holzbauten wurden schon vor geraumer Zeit erstellt, wie dieses fünf geschossige Gebäude in traditioneller Blockbauweise in den Schweizer Alpen beweist. Der Baustoff Holz kann, bei richtiger Konstruktion Jahrhunderte überdauern. Die Blockbauweise dieses Gebäudes entspricht natürlich nicht mehr den heutigen Anforderungen hinsichtlich Schall- und Brandschutz, großflächigen Fensterfronten oder variabler Grundrissgestaltung, zeigt aber die Dauerhaftigkeit von Holzkonstruktionen bei richtiger Ausführung.

Konstruktionen aus Massivholz im Verbund mit Beton

Bei höheren Spannweiten können durch Verbundsystem hohe Wirtschaftlichkeit auch bei hohen Belastungen erreicht werden.
Holz wird dabei im Zug-, Beton im Druckbereich verwendet. So werden die verschiedenen Werkstoffe ihren Eigenschaften entsprechend optimal verwendet. Die Verbindung der beiden Komponenten erfolgt durch Kerven und nachziehbaren Schrauben. Entsprechend den verschiedenen Belastungen und ästhetischen Anforderungen können die Holzelemente aus unterschiedlichen Querschnitten wie Rundholz, Kantholz, Brettschichtholz, Furnierschichtholz etc. bestehen. So ist für Brücken der Einsatz von zweiseitig sägegestreiftem Rundholz denkbar, während für Decken Halbrundholz benutzt werden kann. Für schwer belastete Decken Brettschichtholzträger flachliegend als Flachdecke eingesetzt. Für sehr hohe Belastungen kann dieses Verfahren zusammen mit Brettschichtholz als Plattenbalken verwendet werden. Im Vergleich zu gängigen Systemen ist das Eigengewicht der Struktur deutlich niedriger, als im Vergleich zu Betonkonstruktionen.

Konstruktionen aus Holz im Verbund mit Glas und Glasfaser

Ein grosses Entwicklungsfeld für den Ingenieurholzbau ist die Verbundtechnik für Tragwerke wie Fassaden, Wände, Träger und Dächer.
Ein weiteres Hightech-Material ist die Verstärkung von Holz und Holzwerkstoffen mit Glasfaser- oder auch Kohlefasergewebe. Die Beispiele aus dem Boots- und Flugzeugbau sind begeisternd.
Dabei sind die Verstärkungen sowohl für Verbindungsmittel als auch für Bauteile zu sehen und ergeben noch ungeahnte Möglichkeiten für den Ingenieurholzbau im Bauwesen.

Konstruktionen aus Massivholz und Glas (Haus im Haus)

Die Konzeption von Zwischentemperaturzonen mit integrierten Warmluftkollektoren mit Warmlufttauscher (Luft-Wasser) und Wärmepumpen als auch zusätzlich Fotovoltaikzellen im Warmluftkollektorraum ist eine ideale Möglichkeit das Wohnraumklima mit Massivholz für Decken, Wände und Dächer mit einer Energiepluseffizienz zu erreichen eventuell auch ohne Dämmstoffe.

Konstruktionen aus Holz als statisch räumliche Tragwerke

1.Stabsysteme wie Stabbündel und Türme
Um das Problem der hohen Streuung des Baustoffes Holz entgegen zu wirken sind statisch hochgradig unbestimmte Tragsysteme mit sog. sozialem Verhalten, d.h. die Schläue der Tragstruktur durch Lastumlagerungsvermögen, ist bereits in alten Holzkonstruktionen nachzuweisen.

Schlussfolgerung

Sowohl in der Vergangenheit als auch in der Zukunft kann die Gesellschaft die ökologischen Herausforderungen nur dann bewältigen, wenn dem Wald ein wirtschaftlicher Wert zukommt, der es erlaubt, die Kosten für die nachhaltige Bewirtschaftung zu decken. Unsere Vorfahren pflanzten und schützten den Wald nicht nur aus einer altruistischen Gesinnung, sondern weil sie sich bewusst waren, dass er ihnen nicht nur Brennmaterial, sondern auch Bauholz liefert.
Die ausgleichende Wirkung der Wälder auf klimatische Einflüsse sowie ihre Schutzfunktion müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Ausserdem übt der Wald soziale, ästhetische und kulturelle Funktionen aus, die nicht monetär abgegolten werden können. Die Verwendung von Holz im Bauwesen ist deshalb die einzige Chance, die Wälder der Welt zu retten, da deren Nutzung direkt zu ihrer Erhaltung und Verjüngung beiträgt. Der ausschliessliche Gebrauch von Holz zur Energieerzeugung kann diese Ziele allein nicht finanzieren.

Die zukünftigen Wälder können ihre Aufgaben zum Wohle der Menschheit und der Umwelt nicht allein dadurch erfüllen, dass sie geschützt werden, sowenig wie die Städte der Zukunft allein durch Denkmalschutz unterhalten werden können. In Zukunft wird den Wäldern wegen der Verknappung der fossilen Energien und Rohstoffe bei einer stärkeren Berücksichtigung der CO2-Bilanz eine bedeutendere Rolle als Baustoff- und Sauerstofflieferant zukommen.

Es ist deshalb zwingend erforderlich, die Forschung und Entwicklung im Gebiet Holz zu intensivieren. Parallel dazu muss die Ausbildung auf Diplom- und Nachdiplomstufe verstärkt werden, um eine zeitnahe Umsetzung der Forschungsergebnisse und -entwicklungen in der Praxis zu ermöglichen. Das Holz muss seine privilegierte Stellung, die es einst innerhalb der Gesellschaft innehatte, zurückgewinnen. Dies soll jedoch nicht in nostalgischer Weise, durch Verherrlichung der traditionellen Konstruktionen, sondern durch deren Weiterentwicklung zu innovativen Konzepten verwirklicht werden. Durch die perfekte Übereinstimmung der Form mit der Funktion und eine sorgfältige Auswahl des Baumaterials muss den Anforderungen der modernen Architektur zu konkurrenzfähigen Bedingungen entsprochen werden.
Die Wahl von Holz ist nicht nur ein Beweis für Qualitätsarchitektur, sondern stellt einen konstruktiven Beitrag für die Erhaltung der Umwelt dar.