Brückenkonstruktionen
08:40 - 09:20 Uhr

Eisenbahnbrücken – neue Entwicklungen und Konstruktionen

Dipl.-Ing. Thomas Fackler

Das Image der Brücken der Deutschen Bahn ist einerseits geprägt von den Typenbrücken nach der sogenannten Rahmenplanung und andererseits von den Brückenklassikern aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert, wobei es Letztere eher in den jeweiligen Brückenkalender für das neue Jahr schaffen.

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber schnell, dass gerade in letzter Zeit eine Vielfalt an interessanten Bahnbrücken entstanden ist, die den deutschen Bahnbrückenbau auf hohem internationalem Niveau zeigt.
Im Vortrag werden die Strömungen im deutschen Bahnbrückenbau der letzten Zeit und einige repräsentative Brückenvertreter kurz vorgestellt werden. Besonders wichtige Impulse gab die Deutsche Bahn AG (DB AG) mit dem von ihr ins Leben gerufenen Brückenbeirat und ihrem „Leitfaden Gestalten von Eisenbahnbrücken“. Sie haben die im Weiteren beschriebenen Brücken der DB AG, besonders die integralen und semiintegralen Brücken auf den Neubaustrecken, wegweisend beeinflusst. Bei der Beschreibung dieser innovativen Brücken sollen auch die Schwierigkeiten, die bei Planung und Ausführung neuartiger Brücken auftreten, angesprochen und Anregungen für die Forschung gegeben werden.

Dipl.-Ing. Thomas Fackler
schlaich bergermann und partner, Stuttgart
seit 1986 bei schlaich bergermann und partner
erweiterte Geschäftsleitung seit 2009
vielfältige Projekte (Häuser, Brücken, Dächer und Fassaden) im In- und Ausland

09:20 - 10:00 Uhr

Brückenübergänge

Dr.-Ing. Arnold Hemmert-Halswick

Fahrbahnübergänge von Brücken, kurz Brückenübergänge, sind bei einer größeren Brücke die Schnittstelle zwischen Brücke und Straße. Die Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen und Richtlinien für Ingenieurbauten (ZTV-ING) enthalten in Verbindung mit den entsprechenden Technischen Lieferbedingungen (TL) und Technischen Prüfvorschriften (TP) die Regeln, mit denen in Deutschland Fahrbahnübergänge in Brücken eingebaut werden können. In Kürze stehen Europäische Regeln zur Verfügung, so dass eine Angleichung in Europa erreicht wird.

Dr.-Ing. Arnold Hemmert-Halswick ist Referatsleiter Stahlbau, Korrosionsschutz in der Abteilung Brücken- und Ingenieurbau der Bundesanstalt für Straßenwesen in Bergisch Gladbach. Er bearbeitet und betreut Forschungsprojekte für das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und ist an der Erstellung der Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen und Richtlinien für Ingenieurbauten beteiligt. Die Aufgaben des Referats sind auch die Brückenausrüstung, die Verankerung von Fahrzeugrückhaltesystemen auf Brücken, Beläge, Fahrbahnübergänge und Lager.

10:00 - 10:20 Uhr Kaffeepause
10:20 - 11:00 Uhr

Nachrechnung von Massivbrücken – Möglichkeiten und Grenzen

Dr.-Ing. Ioannis Retzepis

Bei Berücksichtigung der Altersstruktur der Brückenbauwerke in Deutschland und der heutigen, drastisch gestiegenen Verkehrsbelastung ist die Nachrechnung bestehender Bauwerke erforderlich.

Dies ist insbesondere der Fall, wenn z.B. im Rahmen von Brückeninspektionen nach DIN 1076 Anzeichen von Schädigungen erkennbar werden. Grundlage solcher Nachrechnungen ist für den Bereich der Eisenbahnbrücken die bereits seit Jahren zur Verfügung stehende Richtlinie 805 der DB AG. Mit der neu erschienenen Richtlinie zur Nachrechnung von Straßenbrücken im Bestand (sog. Nachrechnungsrichtlinie) des BMVBS ist nun dieser Schritt auch für den Straßenbrückenbau vollzogen. An Beispielen von Brücken mit teilweise erheblicher Schädigung wird die Vorgehensweise bei der Nachrechnung von Spannbetonbauwerken demonstriert. Gleichzeitig werden auch die Grenzen der Nachrechnung sowie offene Fragestellungen angesprochen.

Krebs und Kiefer ist eines der führenden unabhängigen Ingenieurbüros in Deutschland. Seit 1950 planen, steuern, überwachen und prüfen wir für den Bauherren der öffentlichen Hand, für institutionelle Investoren oder Architekten im Inund Ausland. Von Ingenieurbauwerken bis zu Verkehrsanlagen, vom Hochbau bis zur Industrieanlage. Mit unseren Planungen sorgen wir für eine nachhaltige Qualität der Bauwerke.

11:00 - 11:45 Uhr

Brückennachrechnung und -ertüchtigung - Die Umsetzung in Baden-Württemberg

Baudirektor Marcel Zembrot

Aufgrund der überproportional gestiegenen Güterverkehrsleistung in Verbindung mit der Anhebung der zulässigen Gesamtgewichte der Lkw von 24 t im Jahr 1956 auf inzwischen 44 t sowie des extremen Anstiegs der genehmigten Schwerlasttransporte sind viele Brücken den heutigen verkehrlichen Anforderungen nicht mehr gewachsen.

Dies gilt technologiebedingt insbesondere für Spannbetonbauwerke, die vor 1980 gebaut wurden. Und die Verkehrsprognosen sagen eine weitere signifikante Zunahme des Güterverkehrs voraus.

Was tun, um die Sicherheit und Funktionstüchtigkeit der Bestandsbrücken auch künftig sicherzustellen? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Vortrag von Herrn BD Marcel Zembrot vom Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg. Die ersten praktischen Erfahrungen zeigen: die Nachrechnung und Ertüchtigung von Bestandsbrücken wird eine der Schwerpunktaufgaben im Straßenbau der kommenden Jahrzehnte mit einem erheblichen Investitionsvolumen sein, die besondere Anforderungen an die beteiligten Ingenieure stellt. So bedarf es neben dem geballten Sachverstand insbesondere auch der Kreativität der Ingenieure, um zukunftssichere und gleichzeitig wirtschaftliche Lösungen zu finden.

11:45 - 12:30 Uhr

Erhaltung und Ertüchtigung von Stahlkonstruktionen

Prof. Dr.-Ing. Thomas Ummenhofer

Der Erhalt und die Ertüchtigung von Stahlkonstruktionen stellt oftmals hohe Anforderungen an den Tragwerksplaner. Beim Umgang mit dem Bestand ist zu klären, ob Vorschäden vorliegen. Bei ermüdungsbeanspruchten Bauteilen stellt sich zudem das Problem der akkumulierten Betriebsbeanspruchung.

Wesentlich ist zudem die Kenntnis des Herstellungsverfahrens und der chemischen Bestandteile des vorhandenen Stahltragwerks. Unter Umständen ist wegen eines nicht oder nur bedingt schweißgeeigneten Bauteils die Planung zu modifizieren.
Im Rahmen des Vortrags wird ein Überblick über die Bestandsaufnahme und geeignete Verfahren zur Verstärkung und Ertüchtigung vorhandener Stahltragwerke gegeben.

12:30 - 14:00 Uhr Mittagspause
14:00 - 14:40 Uhr

Textilbewehrter Beton im Ingenieurbau:
Brücken und Bauwerksverstärkungen

Dr.-Ing. Silvio Weiland

Textile Bewehrungen für den Betonbau sind seit der Erfindung des Stahlbetons die nächste große Innovation bei den Baustoffen. Ersetzt man den Stahl im Beton durch textile Flächengebilde aus Hochleistungsfasern, entsteht textilbewehrter Beton, ein neuer Verbundwerkstoff, der sich mittlerweile als äußerst sinnvolle Ergänzung herkömmlicher Baustoffe bewährt hat.

Aufgrund der korrosionsbeständigen textilen Bewehrung und der damit verbundenen geringen Betonüberdeckung ist die Realisierung sehr dünnwandiger Bauteile möglich. Filigrane Elemente aus Textilbeton in Kombination mit der sehr guten Formbarkeit textiler Bewehrungen stellen eine völlig neue Anwendung des Baustoffes Beton dar und erweitern die Planungsfreiheit von Architekt und Ingenieur. Dünne Schichten aus textilbewehrtem Beton können aber auch die Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit von Stahlbetonbauteilen erhöhen. Mit Textilbeton können sowohl eigenständige Bauteile hergestellt als auch vorhandene Bauteile verstärkt werden. Der Beitrag zeigt Entwicklungen, Qualitätsstandards und das Potential von TUDALIT®-Textilbeton für Brücken, Tragwerke und Verstärkungen.

Since the invention of steel reinforced concrete Textile Reinforced Concrete has been the next big innovation in building materials. By replacing the steel in concrete by textile fabrics made from high performance fibers, textile reinforced concrete represents a new mineral composite material. The reinforcement of concrete with technical textiles extends its application to completely new fields. Because of the corrosion resistance of the textile materials, thick concrete covers as known in ordinary reinforced concrete are no longer needed. Thus, slender structural members and thin wall thicknesses are possible. In combination with the excellent formability of textile reinforcements entirely new applications of are possible. This expands the freedom of designers, architects and engineers. Moreover, beside new structures, both the ultimate load bearing behaviour as well as the serviceability of already existing rc-buildings can be increases by thin strengthening-layers of textile reinforced concrete. Developments, quality standards and the potential of TUDALIT®-system will be shown.

14:40 - 15:20 Uhr

Aluminiumbrücken

Univ.‐Prof. Dr.‐Ing. Dr.‐Ing. habil. Dimitris Kosteas

Vorteile des Materials und der Bauweise, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Stand des Wissens über Alu-Konstruktionen, Berechnung, Ausführung, Qualitätssicherung, Sicherheit, Zuverlässigkeit, nationale und internationale Normen, Vergleichsstudien. Fertigung und Fügetechnik, Möglichkeiten durch Rührreibschweissen und Normung. Konstruktions-elemente einer Fußgängerbrücke. Unterhaltung und Lebensdauerkosten. Anwendungsbeispiele.

Lebenslauf/Tätigkeit

Geboren in Athen, Studium (Bauing.), DAAD u. NATO Stipendiat, Promotion/Habilitation/apl. Prof TU K´he, Prof. TU München (1979), Prof.Onor. TU Timisoara. Leiter DIBt-anerkannten Prüfstelle für Aluminium am MPA-TUM
Lehre (bis 2007) Leichtmetallbau (Aluminium) Konstruktionen und Verbindungen, Betriebsfestigkeit, Bruchmechanik, Schadensanalyse, Al-Brücken, TALAT-Kurse Al-Structures. u. Al-Fatigue (Video), Vorlesungen in englisch: Fatigue+Fracture, Joints in Al, Al-Structural Design
Forschung Aluminium, Stahl, Schweissen, Kleben, Ermüdungsversuche (Großbauteile), Schweißimperfektionen, Eigenspannungen, Bruchmechanik, Rißfortschritt, Schadensanalyse. Aluminiumbrücken, Lebensdauerkosten. Studie Ermüdung Al-Schweissen US Marine LCS. Datenbank Al-Brücken, ALFABET-Software Bemessung Al-Konstruktionen
INALCO Initiator/Veranstalter Internationaler Konferenz für Aluminium, München 1982-1985-1992-2001, Tokyo 1988, Cleveland 1995-2004, Cambridge 1998, Osaka 2007
Fellow The Welding Institute, Cambridge, UK, American Society for Civil Engineers, USA
Mitglied 10 Ing-Vereinigungen D, USA und international
Techn. Ausschüsse Mitglied/Obmann technische Ausschüsse BRD (10), EU (12), USA (6) für Normung, Berechnung, Prüfung Metallkonstruktionen im Hoch-/Tiefbau, See- und Schienenfahrzeugen, Luftfahrt, Schweissverbindungen, Ermüdungsfestigkeit, Bruchmechanik
Veröffentl. 220 Veröff. (6 als Buch), Beitrag Al-Konstr. „Stahlbau-Kalender 2007“
z.Zt. Tätigkeit, Beratung Betriebsfestigkeit/Bruchmechanik Metallkonstruktionen und Verbindungen, Restnutzungsdauer Brücken, Berater Firmengruppe VIOHALCO, Seminare über Aluminium-Konstruktionen. EU-Vorhaben zusammen mit TWI(UK) „Al-Fußgängerbrücken, Entwicklung und Einführung von RRS“
15:20 - 15:40 Uhr Kaffeepause
15:40 - 16:20 Uhr

Lager im Brückenbau

Dr.-Ing. Jens Tusche

Inhalt des Vortrages ist ein Überblick über gebräuchliche Lagerarten im Brückenbau, vom einfachen bewehrten Elastomerlager bis hin zum spielfreien Kalottenlager. Es werden Hinweise zur Normung und zu bauaufsichtlichen Zulassungen gegeben und Grundsätze und Empfehlung für eine Lagerung dargestellt.

Außerdem werden die Komponenten ausgewählter Lager vorgestellt. Es folgen Hinweise zur Berechnung, zum Einbau von Lagern und die Vorstellung einiger Lagerschäden.

1989-1994 Studium Bauingenieurwesen, Konstruktiver Ingenieurbau/Tragwerksplanung an der Technischen Universität Dresden
1994-1999 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Massivbau der Technischen Universität Dresden
1999-2010 Verschieden Tätigkeiten in der Brückenplanung des Ingenieurbüros Verkehrs- und Ingenieurbau Consult GmbH
2002 Promotion an der Technischen Universität Dresden zum Thema „Spannungsumlagerung bei Zweifeldträgern mit Betonverbund-Querschnitt“
seit 2010 bei der RW Sollinger Hütte GmbH
seit 1.1.2011 Technischer Geschäftsführer der RW Sollinger Hütte GmbH

16:20 - 17:00 Uhr

Brückenabdichtung - in Verbindung mit Gussasphalt, und was noch?

Ralf Hofmeister

In dem Vortrag werden die Einsatzgebiete von Gussasphalt bei der Brückenabdichtung erläutert. Die Historie der Entwicklung der bituminösen Abdichtungen auf Brücken wird dargestellt.

Besonderer Wert wird darauf gelegt, die Bauweise in Bezug auf Ihre Dauerhaftigkeit und Nachhaltigkeit zu bewerten.
Es wird aufgezeigt, wie die Regeln und Vorschriften im öffentlichen Baubereich auch auf andere ingenieurmäßig errichtete Bauwerke übertragen werden können.

Ralf Hofmeister
HOFMEISTER Asphaltbau GmbH, 32052 Herford, Deutschland