Befestigungstechnik
Mitveranstalter
Universität Stuttgart
Institut für Werkstoffe im Bauwesen
Abt. Befestigungstechnik
Prof. Dr. Ing. Jan Hofmann
IEA GmbH & Co. KG
Ingenieurbüro Eligehausen ‐ Asmus ‐ Hofmann
08:45 - 09:00 Uhr Begrüßung und Einleitung
09:00 - 09:40 Uhr

Neufassung von CEN/TS 1992:4:2012 “Design of Fastenings for Use in Concrete”

Prof. Dr.‐Ing. Jan Hofmann, Dr.‐Ing. Werner Fuchs

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09:40 - 10:20 Uhr

Tragverhalten und Bemessung von Befestigungen mit Ankerschienen

Dr.‐Ing. Thomas Sippel

Die Bemessung von Ankerschienen erfolgt bisher auf der Grundlage von bauaufsichtlichen Zulassungen des DIBt. In diesen Zulassungen sind die zulässigen Lasten in einer Tabelle angegeben.

Sie wurden aus den Ergebnissen von Versuchen im ungerissenen Beton unter Ansatz eines globalen Sicherheitsbeiwertes abgeleitet. Die zulässigen Lasten dürfen nach den Zulassungen auch im gerissenen Beton verwendet werden. Die Zulassungen berücksichtigen Effekte aus der Rissbildung des Betons nur ungenau, da die Betonbruchlast durch Risse im Beton reduziert wird. Weiterhin ist die Sicherheit von Befestigungen am Bauteilrand mit Querbelastung zur Kante hin oft niedriger als der erforderliche Wert. Dies gilt sowohl für Befestigungen im ungerissenen als auch im gerissenen Beton.

In Zukunft soll die Bemessung nach CEN/TS 1992‑4 in Verbindung mit einer Europäischen Technischen Zulassung erfolgen. Die Bemessung erfolgt auf der Grundlage des Sicherheits­konzepts mit Teilsicherheitsbeiwerten und unterscheidet nach Beanspruchungsrichtungen und Versagensarten.

Die charakteristischen Widerstände werden in der Regel mit Bemessungs­gleichungen berechnet. Bei bestimmten Versagensarten werden Versuche durchgeführt. Die aus den Versuchsergebnissen abgeleiteten charakteristischen Widerstände und die minimalen Rand- und Achsabstände sowie die minimalen Bauteildicken werden in einer Europäischen Technischen Zulassung (ETA) angegeben. Entsprechende Zulassungen für Ankerschienen wurden mittlerweile erteilt. In diesen Zulassungen ist die Bemessung nach CEN/TS 1992‑4 schon integriert.

Der Vortrag gibt einen Überblick über das Tragverhalten von Ankerschienen und erläutert detailliert das Bemessungsverfahren nach CEN/TS 1992‑4.

1989 Abschluss an der Universität Stuttgart - Bauingenieurwesen (Dipl.-Ing.)
1989 – 1995 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Stuttgart – Institut für Werkstoffe im Bauwesen
1996 Promotion zum Dr.-Ing.
1995 – 1998 Geschäftsführer des Ingenieurbüros Eligehausen, Stuttgart
1998 – 2004 Geschäftsführender Partner des Ingenieurbüros Eligehausen & Sippel, Stuttgart; Arbeitsgebiete: Befestigungs- und Verankerungstechnik, Stahlbeton
2000 – 2004 Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Verankerungstechnik in Bauwerken
Seit 2003 Lehrbeauftragter für Befestigungstechnik an der Hochschule für Technik, Stuttgart
2004 – 2009 Leiter Technical Sales Support (Internationale Anwendungstechnik), fischerwerke, Waldachtal
Seit 2009 Geschäftsführer des Vereins zur Förderung und Entwicklung der Befestigungs-, Bewehrungs- und Fassadentechnik e.V. (VBBF), Düsseldorf

Ausgewählte Gremien:
Mitglied im DIN-Normungsausschuss NA 005-07-01 AA „Bemessung und Konstruktion“
Mitglied im DIN-Normungsausschuss NA 005-07-01-01 AK „Befestigungsmittel“
Mitglied im europäischen CEN-Normungsausschuss CEN/TC 250/SC 2/WG 2 „Design of fastenings for use in concrete“
Mitglied des Technischen Ausschusses „Bewehrung“ im Deutschen Ausschuss für Stahlbeton (DAfStb)
Mitglied des Technischen Ausschusses „Bemessung & Konstruktion“ im Deutschen Ausschuss für Stahlbeton (DAfStb)
Obmann des Unterausschusses „Befestigungstechnik“ im Deutschen Ausschuss für Stahlbeton (DAfStb)
Mitglied des Sachverständigenausschusses SVA-A „Befestigungen und Verankerungen“ des Deutschen Instituts für Bautechnik
Mitglied des Sachverständigenausschusses SVA-A „Beton-, Stahlbeton- und Spannbetonbauteile“ des Deutschen Instituts für Bautechnik
Mitglied der Special Activity Group (SAG 4) der fédération internationale du béton (fib) „Design of fastenings”

10:20 - 10:40 Uhr Kaffeepause
10:40 - 11:20 Uhr

Verhalten von Verbunddübeln unter Dauerbealstung

Prof. Dr.‐Ing. Jan Hofmann, Dipl.‐Ing. Ronald Blochwitz, Universität Stuttgart

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11:20 - 12:00 Uhr

Verankerungen von Fassadenplatten mit Hinterschnittankern

Dr.‐Ing. Roland Unterweger

Hinterschnittverankerungen spielen im konstruktiven Ingenieurbau seit vielen Jahren eine bedeutende Rolle. Seit der ersten bauaufsichtlichen Zulassung für einen Hinterschnittanker im ungerissenen Beton im Jahre 1983 wurden auch Systeme mit kleinen Verankerungstiefen zur Verwendung in dünnen Plattenwerkstoffen entwickelt.

Derzeit sind Hinterschnittsysteme mit Bauaufsichtlichen Zulassungen für folgende Fassadenmaterialien erhältlich

  • Naturstein
  • Betonwerkstein
  • Keramik, Feinsteinzeug
  • Faserzement
  • Hochdruck – Schichtpressstoffplatten
  • Einscheibensicherheitsglas und Verbundsicherheitsglas (ESG-H und VSG aus ESG-H)

Der Vortrag gibt einen Überblick über die verschiedenen Systeme und erläutert das Bemessungskonzept am Beispiel von Naturwerkstein. Der Vorteil von Hinterschnittanker im Vergleich zu traditionellen Verankerungen ist die deutlich höhere Leistungsfähigkeit, die einerseits eine höhere Sicherheit gibt aber auch dem Planer mehr planerische Möglichkeiten durch z.B. größere Plattenformate zur Verfügung stellt. In Kombination mit modernen Unterkonstruktionssystemen können Wärmebrücken minimiert werden. Schließlich erlaubt die Hinterschnitttechnik bei vorgefertigten Fassadenelementen, eine problemlose Kombination des Natursteinmaterials mit modernen Materialien wie Glas und Aluminium. Hohe Wirtschaftlichkeit bei hohem Qualitätsstandard wird durch den hohen Vorfertigungsgrad gewährleistet.

Dipl. Ing. Dr. ROLAND UNTERWEGER

2002 - laufend Unternehmensgruppe fischer
Leiter Geschäftseinheit A|C|T (Advanced Curtain Wall Technique)
2000 - 2002 Unternehmensgruppe fischer
UPAT Austria Leitung Anwendungstechnik
Geschäftsführung
1999 Promotion zum Dr. nat. tech.
1995 – 1999 Universitätsassistent, Institut für konstruktiven Ingenieurbau Wien
Leitung Fachbereich Labor
Dissertation zum Tragverhalten von chemischen Verankerungen
1995 Abschluß Studium Kulturtechnik und Wasserwirtschaft (Dipl. Ing)

12:00 - 13:50 Uhr Mittagspause
13:50 - 14:30 Uhr

Befestigungstechnik in der Praxis am Beispiel einer Brücke

Dr.‐Ing. Dipl.‐Wirtsch.‐Ing. (FH) Jürgen H. R. Küenzlen M. A.

Die nachträgliche Befestigungstechnik bietet heute umfangreiche Einsatzmöglichkeiten, sowohl im Neubau als auch in der Sanierung.

Es ist jedoch einleuchtend, dass auch qualitativ hochwertig hergestellte und umfangreich von den Herstellern geprüfte Produkte nur so leistungsfähig sind wie die Planung und Ausführung für das reale Bauprojekt selbst. Anhand einer Brückenbaustelle in Süddeutschland wird aufgezeigt, in welchen Anwendungsfällen moderne Befestigungssysteme eingesetzt werden können und auf welche Details vor allem von den für die Planung und Überwachung verantwortlichen Personen besonders zu achten sind. Es wird am realen Beispiel vorgestellt, welche Befestigungssysteme eingebaut und wie diese bemessen wurden und wie dann die Ausführung bei der Montage selbst erfolgt ist. Diese reale Bausituation wird mit den aktuellen Montagevorschriften der Hersteller abgeglichen. Es werden Lösungs- und Unterstützungsmöglichkeiten, sowohl für den Überwachenden/Planenden als auch den Monteur, vorgestellt.

Dr.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Jürgen H. R. Küenzlen M.A.
Jahrgang 1972, Studium Bauingenieurwesen an der Universität Stuttgart, Studium Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule Pforzheim, Promotion über das Tragverhalten von Schraubankern an der Universität Stuttgart, Studium Personalentwicklung an der TU Kaiserslautern, Projektleiter bei der Adolf Würth GmbH & Co. KG in Künzelsau mit den Schwerpunkten Zulassung und Entwicklung von Dübelsystemen / technisches Marketing

14:30 - 15:10 Uhr

Bemessung von nachträglicher Durchstanzbewehrung auf Basis des fib Model Code 2010

Dipl.‐ Ing. Thomas Lützow, Dr.‐Ing. Jakob Kunz

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15:10 - 15:30 Uhr Kaffeepause
15:30 - 16:10 Uhr

Bemessung von Befestigungen am Bauteilrand mit Rückhänge-bewehrung unter Querlasten

Dr.‐Ing. Jörg Asmus, Dr.‐Ing. Klaus Schmid, Prof. Dr.‐Ing. Rolf Eligehausen

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16:10 - 16:30 Uhr

Schlusswort

Prof. Dr.-Ing. Jan Hofmann, Dr.-Ing. Werner Fuchs

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17:00 - 20:00 Uhr Awardveranstaltung