Bauwerkserhaltung & Bauwerksinstandsetzung
08:45 - 09:20 Uhr

Präventiver Schutz von Bauwerken der Verkehrsinfrastruktur

Johannes Müller

Bauwerke der Verkehrsinfrastruktur sind nutzungsbedingt Umwelteinwirkungen ausgesetzt, die zu Schäden an dem Bauwerk führen können. Der Umfang dieser Schäden hat mittlerweile volkswirtschaftliche Dimensionen angenommen.

Um die Wettbewerbsfähigkeit im globalen Markt zu sichern, ist es deshalb von großer Bedeutung, die Funktionsfähigkeit der deutschen Infrastruktur wieder herzustellen bzw. zu erhalten. Dazu sind technologisch, ökonomisch und ökologisch aufwendige Instandsetzungen notwendig. Die Ausführungen zeigen, dass die Vermeidung dieser Schäden eine außerordentlich hohe Priorität hat. Ein technischer Weg zukünftige Schäden zu vermeiden ist der präventive Oberflächenschutz mit Hydrophobierungen. Bekannte Hydrophobierungsmittel auf Silan- bzw. Siloxanbasis, wie sie in den einschlägigen nationalen und internationalen Normen und Richtlinien zum Schutz von Bauwerken als Schutzverfahren beschrieben sind, haben vielerorts an technischer Akzeptanz verloren. Neue wissenschaftliche Arbeiten aber zeigen auf, dass mittels gelartige Hydrophobierungen unter Einbindung entscheidender Rahmenbedingungen technisch dauerhafte, ökologisch nachhaltige und ökonomisch wirtschaftliche Lösungen möglich sind. Bereits an vielen Objekten der Verkehrsinfrastruktur seit Jahren erfolgreichen angewendet, bestätigen wissenschaftlich gestützte Untersuchungen, dass die Anforderung an die Dauerhaftigkeit einer solchen Schutzmaßnahme vollumfänglich erfüllt wird.

Johannes Müller

1985-1987 Ausbildung zum staatl. geprüft. Lack- und Kunststofftechniker an der Schule für Farbe, Gestaltung und Lacktechnik, Stuttgart
1987-1996 Forschung und Entwicklung mineralischer Klebemassen, Armierungsmassen und Oberputze sowie reaktiver Beschichtungen für den Bereich Industriefußboden bei der Sto AG
Seit 1996 Leiter Produktmanagement Betoninstandsetzung Hochbau- und Ingenieurbau bei der StoCretec GmbH

09:20 - 10:00 Uhr

Innovative Lösungen bei der Instandsetzung von Verkehrswasserbauwerken

Prof. Dr.-Ing. Christoph Heinzelmann

Erhaltung und Instandsetzung von Verkehrswasserbauwerken, wie z. B. Schleusen und Wehre zählen zu den zentralen Aufgaben der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV), um Sicherheit und Gebrauchstauglichkeit ihrer Bauwerke jederzeit zu gewährleisten.

Die Altersstruktur der Anlagen – z. B. ist bei rund 25% der Schleusen das technische Lebensalter von 100 Jahren bereits erreicht oder überschritten – sowie die in den nächsten Jahren knappen Ressourcen für Neuinvestitionen in die Infrastruktur lassen die Herausforderungen erkennen, die bei den Erhaltungs- und Instandsetzungsaufgaben auf die WSV zukommen.

Als technisch-wissenschaftlicher Dienstleister unterstützt die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) die WSV hierbei in vielfältiger Weise: Instandsetzungskonzeptionen werden entwickelt, die unter Beachtung der Bausubstanz und der wasserbaulichen Exposition spezielle Baustoffe und Bauverfahren beinhalten. Im Regelfall müssen Instandsetzungsarbeiten unter laufendem Schiffsbetrieb erfolgen. Das von der BAW entwickelte Erhaltungsmanagementsystems EMS-WSV stellt ein Management-Tool dar, mit dessen Hilfe Ergebnisse der Bauwerksinspektion dokumentiert und darauf aufbauend Entscheidungen für eine Priorisierung von Instandsetzungsmaßnahmen getroffen werden können.

10:00 - 10:15 Uhr Kaffeepause
10:15 - 11:00 Uhr

Neue Entwicklungen beim Kathodischen Korrosionsschutz

Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Schwab

Der Kathodische Korrosionsschutz von Beton, als umweltfreundliches und nachhaltiges Sanierungsverfahren, gewinnt in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung. Dabei haben sich die Systeme in den letzten Jahren weiterentwickelt und sind nun auch für den Einsatz bei schwierigen Randbedingungen geeignet.

Anhand von leitfähigen Anodenbeschichtungen und montierten Kopplungsanoden, soll diese Entwicklung dargestellt werden. Ein kurzer Einblick in moderne Überwachungs- bzw. Monitoringsysteme, rundet den Vortrag ab.

Jürgen Schwab, M.A. Dipl.-Ing. (FH) ist Geschäftsführer der deutschen Tochtergesellschaft der Protector AG (Norwegen), dem europäischen Marktführer bei Steuerungs- und Monitoringsystemen für den Kathodischen Korrosionsschutz von Beton. Nach dem Studium der Chemie, war er Lehrbeauftragter für den Bauten- und Korrosionsschutztechnik an der FH Esslingen.

11:00 - 11:45 Uhr

Chancen und Grenzen der Betonkosmetik

Dr.‐Ing. Klaus‐R. Goldammer

Seit einigen Jahren ist in wachsendem Umfang festzustellen, dass Sichtbetonbauteile nach ihrer Erstellung betonkosmetisch nachbearbeitet werden. Die Gründe für solche Arbeiten können vielfältig sein und sind je nach Einzelfall vom Auftraggeber oder vom Auftragnehmer zu vertreten.

Während noch vor wenigen Jahren eine ganze Reihe nicht seltener Abweichungen an Sichtbetonflächen in Fachkreisen als nicht nachbesserbar galt, agieren inzwischen auf dem Markt diverse Fachfirmen für Betonkosmetik, die mit ihrem Fachwissen und mit ausgereiften Methoden in der Lage sind, das optische Erscheinungsbild von Betonoberflächen entscheidend zu verbessern. Dank der Entwicklung dieser völlig neuen, insbesondere künstlerischen und restauratorischen Qualität der Betonkosmetik, gibt es heute nur noch wenige Abweichungen an Sichtbetonflächen, die betonkosmetisch nicht behoben oder in ihren optisch störenden Auswirkungen gemindert werden können. Der Bericht erläutert die Chancen, die Einsatzgrenzen und die Methoden einer fachgerechten Betonkosmetik, gibt Hinweise zu den organisatorischen Fragen und stellt einige Beispiele vor.

Dr.-Ing. Klaus-Reiner Goldammer

Deutscher Beton- und Bautechnik-Verein e.V.
10785 Berlin, Kurfürstenstraße 129
Tel. (030) 23 60 96-52
e-Mail: goldammer@betonverein.de
www.betonverein.de

Vita:

1976 Dipl.-Ing., Bauingenieurwesen,Konstruktiver Ingenieurbau, RWTH Aachen
1980 Promotion RWTH Aachen, Stabilität von Schalentragwerken
1980 – 1989 Tragwerks-, Projekt- und Genehmigungsplaner Hoch- und Tiefbau in der Industrie
1990 - 2000 Bauleiter, Oberbauleiter, Technischer Leiter in mittelständischen Unternehmen
seit 2000 Bauberater des DBV, Leiter der DBV-Bauberatung
ö. b. u. v. SV für Schäden an Bauwerken und Bauteilen aus Beton, Stahlbeton und Sichtbeton

11:45 - 13:15 Uhr Mittagspause
13:15 - 14:00 Uhr

Neue Entwicklungen und Möglichkeiten in der Betoninstandsetzung

Dr.-Ing. Hans-Carsten Kühne

Die Betonbauweise kann mit einer technisch relevanten Verbreitung von ca. 100 Jahren als vergleichsweise junge Bautechnik angesehen werden. Lange Jahre galt Beton als Baustoff der unbegrenzten Möglichkeiten und unbegrenzten Dauerhaftigkeit.

Doch spätestens seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde durch vermehrt auftretende Bauschäden klar, dass Betonbauteile und -bauwerke besonderer Schutz- und Instandsetzungsmaßnahmen bedürfen, um ihre geplante Nutzungsdauer sicher zu stellen. Schäden an Betonbauwerken und deren Instandsetzung ist ein dauerhaft aktuelles Thema und daher ein wichtiger Forschungsschwerpunkt in der Abteilung 7 „Bauwerkssicherheit“ der BAM. Auch die neuesten Tendenzen in Bezug auf Verarbeitungseigenschaften, Vorbehandlung und Instandsetzung von Betonen mit geringer Festigkeit wurden durch die BAM in Forschungsarbeiten untersucht. Die Forschungsaktivität wird dabei durch die Mitarbeit in den nationalen und europäischen Normungsgremien wesentlich unterstützt.
Es wird neben der Vorstellung der vielfältigen Aktivitäten der BAM auch Einblick in die erfolgreiche Entwicklung eines baustellengeeigneten Messverfahrens zur Bestimmung der Rautiefe, die einen wichtigen Parameter bei der Charakterisierung der Leistungsfähigkeit von Instandsetzungsmörteln, aber auch bei der Vorbereitung von fachgerechten Instandsetzungsmaßnahmen darstellt.

Dr.-Ing. Hans-Carsten Kühne (1963)
studierte Steine und Erden an der TU Berlin und promovierte am Lehr- und Forschungsbereich Bauphysik und Werkstoffe im Bauwesen an der TU Hamburg-Harburg. Ab 1998 war er für das Ingenieurbüro Schlapka, Berlin tätig. Seit seinem Wechsel in die BAM 2003 ist er innerhalb der Fachgruppe „Baustoffe“ verantwortlich für den Bereich Bindemittel und Betontechnologie. Er wurde 2004 Leiter der Arbeitsgruppe „Zementgebundene Baustoffe; erweiterte Leistungsmerkmale“. Zu den fachlichen Schwerpunkten zählen neben Hochleistungs- und selbstverdichtenden Betonen, Dauerhaftigkeit und Instandsetzung von Betonbauwerken.

14:00 - 14:40 Uhr

Injektionsgeräte und Injektionspacker für den Einsatz im Ingenieurbau

Rolf Büchner
  • Während der Ingenieur-, Fach- und Berufsausbildung wird der Komplex Bauwerksabdichtung und besonders die nachträgliche Erhaltung und Instandsetzung von Bauwerken mittels Injektion kaum behandelt.
  • Der sachkundige Planer/Ingenieur erstellt unter Berücksichtigung der Ergebnisse von Voruntersuchungen sowie unter wirtschaftlichen, technischen und ggf. denkmalpflegerischen Gesichtspunkten ein Instandsetzungskonzept -Grundlage bilden dabei Regelwerke für den Ingenieurbau wie z.B. die DIN EN 1504 bzw. die ZTV-ING.
  • Entscheidend für den Injektionserfolg sind die baupraktischen Umsetzungen dieses Instandsetzungskonzeptes. Das sind auf der einen Seite die Erfahrungen und Qualifikation des Fachpersonals der ausführenden Firma. Zum anderen maßgeschneiderte Lösungen und objektbezogene geeignete Injektionstechnik, vom Mischwerkszeug über die Injektionsgeräte und Injektionspacker bis zur Qualitätskontrolle.

Das Unternehmen DESOI gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Injektionstechnik, Injektionsgeräten und Injektionspackern. Maßgeschneiderte Fertigungen einschließlich erforderlicher Konstruktionszeichnungen für den Baubereich, den Spezialtief- und Tunnelbau, runden das Profil ab. Über 30 Jahre Know-how sowie enge Zusammenarbeit mit Planern, Ingenieuren und Baupezialisten ermöglichen eine optimale Umsetzung der Kundenbedürfnisse.

14:40 - 15:20 Uhr

Fachgerechte Entsorgung/Analyse der Schadstoffe bei einer Betoninstandsetzung

Dr. rer. nat. Doris Freier-Schröder

Auf der Grundlage von mehr als 20 Jahren Erfahrung aus der Untersuchung und Beurteilung von schadstoffbelasteten Baumaterialien soll im Vortrag ein Überblick darüber gegeben werden, mit welchen, meistens nicht offensichtlichen, Schadstoffen im Rahmen einer Betoninstandsetzung abhängig von der Art und dem Alter des jeweiligen Bauwerks zu rechnen ist.

Die daraus resultierenden Verantwortlichkeiten des Bauherrn und der ausführenden Firma sowie die Vorgehensweise im Hinblick auf die Untersuchung, den Ausbau und die fachgerechte Entsorgung der schadstoffbelasteten Materialien und die damit verbundenen Kosten werden aufgezeigt. Ein Ausblick auf eventuelle zukünftige neue Schadstoffe wird gegeben.

Dr. Doris Freier-Schröder, Jahrgang 1956, studierte an der Universität Göttingen Biologie mit Schwerpunkt Mikrobiologie und promovierte dort im Fach Mikrobiologie.

Nach der Tätigkeit als Projektleiterin an der Universität Wuppertal und als Gruppenleiterin beim Fraunhoferinstitut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik in Stuttgart ist Frau Dr. Freier-Schröder seit 1989 im STRABAG Konzern tätig. Dort war sie zunächst verantwortliche Projektingenieurin für das Geschäftsfeld Sanierungsdurchführungen bei der STRABAG Umwelttechnik GmbH. Sie leitet die Gruppe Flächenrecycling bei der TPA Gesellschaft für Qualitätssicherung und Innovation GmbH (kurz TPA), Bereich West/International in Köln.
Schwerpunkte ihrer Tätigkeit sind:

  • Erstellung von Gutachten zur Historischen Recherche, Gefährdungsabschätzung, Detail- und Sanierungsuntersuchung von Altstandorten und Industrieliegenschaften
  • Erstellung von Abbruch- und Entsorgungskonzepten für den Rückbau von baulichen Anlagen aller Art, Erstellung von Schadstoffkatastern
  • Konzeption, Ausschreibung und Überwachung von Maßnahmen im Rahmen des Rückbaus und der Baureifmachung von Flächen
15:20 - 15:40 Uhr Kaffeepause
15:40 - 16:20 Uhr

Sanierung von Fahrbahnübergangskonstruktionen

Dipl.-Ing. (FH) Stefan Adam

1. Einführung: Unterschiedliche Typen von Fahrbahnübergängen

2. Verkehrsbelastete Fugen im Brückenbau:
Die Erfahrungen der Firma mageba in diesem Geschäftsbereich werden präsentiert und die Klassierung nach dem Nutzen der Anwendung vorgestellt:

  1. Schäden an Übergangskonstruktionen
  2. Wartung von Übergangskonstruktionen
  3. Instandsetzung von Übergangskonstruktionen
  4. Austausch von Übergangskonstruktionen
  5. Lärmschutz an Übergangskonstruktionen

3. Diskussion
Referent: Dipl. Ing. (FH) Stefan Adam, Geschäftsführer mageba GmbH

16:20 - 17:00 Uhr

Steigerung der Wirtschaftlichkeit in Parkhäusern durch Beschichtungen

Bernd Blohm

Mehr denn je müssen Parkbauten in der heutigen Zeit wirtschaftlich betrieben werden. Gut durchdachte Schutz- und Wartungsmaßnahmen beeinflussen dabei erheblich die Kosten für ein Bauwerk über den gesamten Lebenszyklus.

Mit speziellen Beschichtungen und Anstrichsystemen wird nicht nur der direkte optische Eindruck aufgewertet, es ist auch möglich, die Wartungsintervalle sowie die Lichtausbeute und damit die Energiekosten zu beeinflussen. Versuche und Berechnungen zeigen auf, dass Kosteneinsparungen von 20-25 % möglich sind. Dazu wurden gemeinsam mit einem Beleuchtungshersteller Messungen vorgenommen und Lichtberechnungen angestellt. Langzeittest in einem hoch frequentierten Parkhaus bestätigen, dass die Gesamtmaßnahmen aus Farbgestaltung, Beleuchtung und Anstrichsystemen zu deutlichen Verbesserungen der Wirtschaftlichkeit führen können.

Bernd Blohm:
Maler- u. Lackierer-Meister
Betriebswirt des Handwerks
1981-1990 Geschäftsführer eines Malereibetriebes in Hamburg
seit 1990 im Vertrieb Bauchemie mit Schwerpunkt Boden und Parkhausbeschichtungen
seit 2004 bei CAPAROL Industrial Solutions Disbon im Fachbereich Bautenschutz für Boden- und Parkhausinstandsetzung als Key Account Manager Parkhaus Deutschland

17:00 - 20:00 Uhr Awardveranstaltung